Vladimír Turners Arbeit stellt Fragen nach dem Verhältnis zwischen den politischen Realitäten der Klimakrise, der Energiewende und dem Zustand unseres Planeten. Auf absurdistische Weise zeigt sie uns, an welchem Punkt wir heute stehen.
„Mock-up“ ist eine sieben Meter hohe kinetische Skulptur. Die aufblasbare Konstruktion wird von einer kleinen Solaranlage betrieben. Eine Ölpumpe richtet sich nur dann auf und beginnt sich zu bewegen, wenn genügend Sonnenenergie vorhanden ist, um sie zu füllen. Der zweite Zustand ist der Moment des Zusammenbruchs – ein Zusammenbruch, den wir durch den fossilen Kapitalismus selbst mitverursachen. Leben wir politisch und medial vor der Kulisse einer Welt, die noch funktioniert? Haben wir überhaupt die Chance, auf erneuerbare Energien umzusteigen und gleichzeitig Klimagerechtigkeit für alle zu erreichen? Würden Konzerne den Wandel zu erneuerbaren Energien überhaupt vollziehen, wenn sie dafür nicht massiv staatlich subventioniert würden?
Vladimír Turner (*1986 in Prag) beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den problematischen und oft alarmierenden Seiten der Zivilisation im Anthropozän. In unterschiedlichen Arbeiten rund um die Welt thematisiert er den Kreislauf aus Konsum und Produktion, manipulative Marketingstrategien, die Ausbeutung nicht erneuerbarer Ressourcen, die Zerstörung von Landschaften, Massentourismus, Gentrifizierung, Obdachlosigkeit sowie die unmenschlichen Mechanismen politischer Systeme.
Immer wieder geht es ihm dabei um eine grundlegende Frage: Was bedeutet verantwortliches menschliches Handeln gegenüber Landschaft, Natur und Gesellschaft? Turner plädiert für persönliche und gesellschaftliche Verantwortung sowie für nachhaltige Lebensweisen, die stärker auf lokale Selbstversorgung setzen.
Seine Themen vermittelt er oft durch überraschend einfache, direkte Eingriffe. Gerade dadurch wird die Notwendigkeit individuellen Handelns besonders deutlich. Auch wenn seine konzeptuellen Arbeiten einen klar aktivistischen Charakter haben und häufig mit Paradoxien und subversivem Humor arbeiten, bleibt ihre starke künstlerische und visuelle Qualität immer zentral.
💥 Alte Meister, neue Entdeckungen 💥 Junge Künstler*innen 💥 Kunst, die auffällt 💥 Wilde Bildwelten 💥 Museumsqualität 💥 Von Menschen kuratiert